Testbericht: Whiskey/Gin Stones und Eiswürfel im Vergleich BRENNLUST-Blog Skip to content
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Test: Whiskey/Gin Stones aus Stein und Edelstahl im Vergleich zu herkömmlichen Eiswürfeln

4. August 2018

BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test
BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test. Granit-Steine, Edelstahl-Steine, Eiswürfel von Icefrocks

Na? Auch vergessen Eiswürfel einzukaufen oder vorzubereiten? Jedem ist es wohl schon so ergangen, dass man vergisst seine Eiswürfelvorräte aufzufüllen, nachdem man sie geleert hat. Sei es der Gang zum Supermarkt oder das Füllen von Do-it-yourself-Eiswürfel-Gefrierbehältern. Da scheinen die Eiswürfelalternativen aus Granit, Speckstein oder Edelstein, auch sog. Whiskey- oder Gin-Stones genannt, gerade richtig zu kommen. Denn nach ihrer Verwendung schmelzen sie nicht einfach weg, sondern sind immer noch präsent - und ihre Präsenz erinnert uns daran, dass diese Steine lediglich sauber gemacht und wieder zurück ins Gefrierfach gelegt werden wollen. Wie praktisch. Aber taugen diese wiederverwendbaren Eiswürfel überhaupt was?

Nachfolgend mein Testbericht für den ich drei Kandidaten ins Visier nehme: Kühlwürfel aus Granit, Edelstahl und herkömmliche Eiswürfel der Marke Icefrocks (weil die so schön groß sind) aus dem Lebensmitteleinzelhandel.

Die drei Kandidaten im Test

Steine aus Granit

  • vollkommen geschmacksneutral,
  • kühlt ohne zu verdünnen,
  • nach einigen Stunden im Gefrierschrank einsatzbereit,
  • Größe: ca. 2,0 x 2,0 x 2,0 cm,
  • hier gekauft,
  • Preis: 9 Stk. für 8,99 €.

Steine aus Edelstahl

  • vollkommen geschmacksneutral,
  • kühlt ohne zu verdünnen,
  • nach einigen Stunden im Gefrierschrank einsatzbereit,
  • Größe: ca. 2,6 x 2,6 x 2,6 cm,
  • hier gekauft,
  • Preis: 8 Stk. für 12,99 €.

ICEFROCKS Eiswürfel

  • vollkommen geschmacksneutral,
  • kühlt, aber verdünnt,
  • nach einigen Stunden im Gefrierschrank einsatzbereit,
  • Größe: ca. 3,8 x 3,8 x 4,1 cm,
  • gekauft bei ARAL,
  • Preis: 2 kg für ca. 3,00 €.
BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test
BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test. Granit-Steine, Edelstahl-Steine, Eiswürfel von Icefrocks

Der Test

Für den direkten Vergleich habe ich mir als Longdrink den sommerlich-erfrischenden Ginger & Mint rausgesucht. Damit das Ergebnis vergleichbar ist, habe ich alle Eiswürfel über Nacht eingefroren und selbstverständlich drei gleiche Gläser verwendet und diese ungefähr gleich mit den jeweiligen Würfel befüllt. Da die Granitsteine deutlich kleiner sind, habe ich hier mehr verwendet, bei den Eiswürfeln aus Wasser habe ich dafür deutlich weniger verwendet.

In diesem Test konnte ich zwei Fragen klären:

  • Wie schnell kühlen die Steine, bzw. wie lange hält die Kühlung an?
  • Und wie verhalten sich die Steine gegenüber kohlsäurehaltigen Getränken?
BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test
BRENNLUST Whiskey / Gin Stones im Test. Von Links: Granit-Steine, Edelstahl-Steine, Eiswürfel von Icefrocks

Der Verlauf

Zunächst habe ich den ungekühlten Ingwer-Zitronen-Likör über die Eiswürfel gegeben. Etwas fies, ich weiß, aber schließlich stehen Gins auch nicht im Kühlschrank. 🙂 Die Minze habe ich noch nicht direkt ergänzt, damit mir der Blick auf die Eiswürfel nicht genommen wird. Danach kam direkt das Elderflower Tonic darüber und man konnte schon sofort den ersten deutlichen Unterschied erkennen: Das Entweichen der Kohlensäure.

Kohlensäure möchte mit Samthandschuhen angefasst werden und nicht von Steinen erschlagen werden

Es ist ja normal, dass Tonic etwas aufsprudelt, wenn man es über die Eiswürfel gibt. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass die Oberfläche von Eiswürfeln rau ist und die Kohlensäure herausgekitzel wird. (Denselben Effekt hat man z.B., wenn man eine Prise Salz in Mineralwasser gibt oder Sekt in billige Sektgläser schenkt: je rauer die Oberfläche, mit der die Flüssigkeit Kontakt hat, desto mehr Kohlensäure entweicht.)

So war es auch diesmal: kaum habe ich das Tonic über die Wasser-Eiswürfel gegeben, sprudelte es erstmal ein wenig auf, beruhigte sich aber ziemlich schnell. Die Oberfläche der Eiswürfel wurde zügig angeschmolzen und "geschliffen" und ließen somit dem Tonic seine Kohlensäure.

Am ruhigsten war es bei bei den Edelstahlsteinen: die superglatte Oberfläche war freundlich und sanft gegenüber dem Tonic. Wie Buddhas lagen die Steine im Glas und gaben keinen Mucks von sich.

Aber was die Granitsteine der armen und wehrlosen Kohlensäure antun, ist einfach unerhöhrt. Die Steine sind nicht nur hart, soondern auch rau und kitzeln dem Elderflower Tonic ohne Erbarmen jeglichen Kohlensäure-Pepp aus der Seele. Da sprudelt es im Glas und man möchte irgendwie dazwischen gehen, aber kann nicht. Die einzige Chance wäre, den Longdrink so schnell wie möglich zu trinken und das Tonic vor weiterem Leiden zu erlösen, aber das ist ja auch keine Lösung. Nach 5 Min. haben die Granitsteine das Tonic tot gemacht, der Longdrink ist futsch. Die Steine möchte ich am liebsten gegen die Wand werfen, aber fürchte, dass eher die Wand Schaden davon trägt und die Granitsteine mit schallendem Gelächter auf dem Boden liegen.

Überraschung bei der Kühlleistung

Als nächstes interessierte mich natürlich der kühlende Effekt der Steine. Ein kurzes Nippen an den Drinks gab mir bereits das subjektive Empfinden, dass die Granitsteine den geringsten Kühleffekt aufweisen und die Edelstahlsteine recht gut kühlen, aber nicht ganz so gut wie die Icefrocks. Um es genau zu wissen holte ich mir ein Thermometer und machte den Test. Und in der Tat, die Granitsteine taugen für Longdrinks einfach nicht: mehr als 10°C Unterschied zu herkömmlichen Eiswürfeln!

Durchschnittstemperatur nach 5 Minuten

Steine aus Granit

  • 16,1 °C

Steine aus Edelstahl

  • 6,8 °C

ICEFROCKS Eiswürfel

  • 3,1 °C

Fazit

Whiskey- oder Gin-Stones aus Granit, Speckstein oder Edelstahl sehen schick aus, aber eignen sich bedingt für eine ordentliche Kühlung eines Longdrinks. Granitsteine können eine vernünftige Alternative sein, wenn man einen Whiskey etwas runterkühlen möchte - doch sobald kohlensäurehaltige Getränke gekühlt werden sollen, erweisen sich Natursteine als Flop. Ich habe zusätzlich noch geschliffene Specksteine getestet, aber diese sind immernoch zu rau, sodass zuviel Kohlensäure entweicht.

Edelstahlsteine sind zwar sehr schonend gegenüber kohlensäurehaltigen Getränken und deutlich wirkungsvoller in der Kühlung als Granitsteine, doch kommen sie auch nicht ganz an herkömmliche Eiswürfel ran. Zudem sind sie recht teuer in der Anschaffung. Klar: wer viel zu Hause Londrinks trinkt, für den kann sich die Anschaffung rechnen.

Die beste Kühleigenschaft bieten nach wie vor herkömmliche Eiswürfel aus Wasser. Zudem sind herkömmliche Eiswürfel schonend gegenüber kohlensäurehaltigen Getränken. Die Oberfläche wird ruck zuck weich, sodass nach wenigen Sekunden kaum noch Kohlensäure "herausgekitzelt" wird.

Wichtig: Die Eiswürfel sollten sehr groß sein, das heißt, wenig Angriffsfläche im Verhältnis zum Kühlkörper aufweisen. Die Eiswürfel schmelzen dadurch langsamer, ergo hat man kaum eine Verwässerung des Getränks. Wer Eiswürfel selbst machen möchte, für den könnten XXL Eiskugelformen in Frage kommen: super groß und die geringste Oberfläche im Verhältnis zum Kühlkörper.

Zusammenfassung der wichtigsten Erkenntnisse:

Steine aus Granit

  • geschmacksneutral,
  • sieht stylish aus,
  • leicht zu reinigen,
  • die raue Oberfläche bewirkt, dass Kohlensäure extrem schnell entweicht,
  • kaum kühlender Effekt,
  • Temperatur nach 5 Min bereits 16,1 °C,
  • eignet sich lediglich für reine Spirituosen (ohne Zusatz von Kohlensäuren) bei denen eine geringe Kühlung erwünscht ist.

Steine aus Edelstahl

  • geschmacksneutral,
  • sieht stylish aus,
  • sind leicht zu reinigen,
  • die glatte Oberfläche bewirkt, dass Kohlensäure nicht entweicht,
  • guter, kühlender Effekt,
  • Temperatur nach 5 Minuten: 6,8 °C,
  • eignet sich gut für Longdrinks, die nicht verwässert werden sollen,
  • sind aber kostspielig in der Anschaffung.

ICEFROCKS Eiswürfel

  • geschmacksneutral,
  • sehr guter, kühlender Effekt,
  • kaum Verlust der Kohlensäure,
  • Temperatur nach 5 Minuten: 3,1 °C,
  • je mehr und je größer die Eiswürfel, desto geringer der Verwässungseffekt,
  • eignen sich hervorragend für Longdrinks,
  • sind sehr günstig in der Anschaffung, wenn man nicht vergisst sie einzukaufen ;-).
Brennerin und Inhaberin von BRENNLUST, Andrea Koch

Autorin Andrea

Ich brenne nicht nur für mein Leben gerne - sondern teile mein Wissen, Erfahrung und Leidenschaft auch gerne mit meinen Mitmenschen! 😉 In meinen Blogbeiträgen zeige ich Euch bewährte Rezepte, berichte von meinen Brennerfahrungen - und kläre Fragen rund um das Thema Brennen.

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